Das Leben ist groß!

Wisst ihr, was ich fühle? Angst, sodass ich mich in die kleinste Ecke zusammenkrümeln will. Und Sekunden später: Begeisterug bis zur Euphorie, mit der ich jeden mitreissen will, ob er will oder nicht! Diese Welt ist ein Strudel und DU MUSST DICH trauen, um nicht unterzugehen! Loslassen und schwimmen! Lass Dein Treibholz los. Es ist alt und geammelig, bald wirst Du damit untergehen.

Bei mir hat sich SEHR viel getan in den letzten Monaten. Ich habe lange nichts geschrieben, weil mir das Thema Haare und Beauty zu platt geworden ist, wenn ihr versteht was ich meine. Jetzt fange ich wieder an, weil ich zu euch allen sprechen möchte, die mir zuhören möchten. Versteht mich nicht falsch, ich liebe alles Schöne und ich kümmere mich noch immer um meine geliebte Wallemähne. Und dann und wann werde ich auch über meine neusten Haar-Erkenntnisse schreiben.

Rückblick

Für mein lebendiges kraftstrotzendes Inneres war kein Platz schon als ich sehr klein war. Ich bekam Asthma, Neurodermitis, Allergien. Die Energie richtete sich gegen mich selbst. Denn mit Gewalt zeigten mir meine Eltern, dass ich eher zerbrechen soll, statt so zu sein, wie es meiner Natur entspricht! Ich war mehrmals im Krankenhaus schon als Kleinkind. Ich habe mehrere Rippenbrüche, die knubbelig verheilt sind. Ich wurde still, ängstlich, eine Außenseiterin in der Schule.

Hunger nach LEBEN!

Später. Ich war Teenager. Innerlich platzte ich vor Lebenshunger, doch ich unternahm fast nichts. Der Hunger nach Leben fraß mich selbst auf und ich kratzte mir bei Neurodermitis-Schüben die Haut blutig. Ich wollte doch! So unbedingt! Arbeit, den ersten Kuss, den Führerschein, usw… Doch das alles begann ich unter größten Mühen erst mit 21!!! Alle paar Jahre den nächsten Schritt. Ich wollte mein Treibholz nicht loslassen. Und wenn ich es doch tat, fühlte ich, dass ich die innere Kraft dazu gar nicht hatte. Ich lieferte mich aus, weil ich nicht wusste, was Selbstbewusstsein bedeutet. Ich war ein kleines Hündchen, dass um freundliche Aufmerksamkeit bettelt! Hilflos trieb ich vor mich hin im Strudel des Lebens, packte das nächste Treibholz!

Verdrängung

Schon mal gesehen, wie ein kleines Kind in der Öffentlichkeit schikaniert wurde, wohlmöglich sogar geohrfeigt? Das löst einen inneren Schock aus! In Sekundenschnelle läuft folgendes ab: Ich versetze mich automatisch in das Kind hinein, Erinnerungen an eigene Misshandlungen werden SOFORT wach. Doch sie tun weh! Ich dränge sie SOFORT weg, hadere dennoch mit mir. Wird die Mutter auch auf mich losgehen, wenn ich einschreite? Angst. Ich bin erwachsen und ich MUSS handeln, doch mein Gefühl ist das eines kleinen Kindes. Ich habe Angst und gehe weiter. Gewissenbisse schnell wegdrücken. Die Erinnerung an eigene Misshandlungen wurde mit aller Geisteskraft zurückgedrängt hinein in die dunkle Ecke unterm Bett und greift von dort aus nachts nach meinen Beinen, wenn ich im Schlaf die Kontrolle lockere.

Schwimmen lernen

Das eigene Verhalten ändern. Wer kann das schon. Die anderen sind doch schuld, die sollen sich ändern. Doch mein Leben wirklich verändern, das kann nur ich. Wenn mir jemand etwas tolles schenkt, sogar seine Liebe, dann ändert das nichts an MEINEM inneren Zustand. Wenn ich innerlich ängstlich und angespannt bin, dann lenkt mich eine neue Jacke nur ab davon! Wenn ich ängstlich bin, dann sind Kuscheleinheiten nur ein Pflaster oder ein kleiner Energiebonus. Doch gegenüber meiner fiesen Arbeitskollegin werde ich immer noch nicht wissen, was ich machen soll. Weil ich innerlich handlungsunfähig bin.

Um das Treibholz sicher loslassen zu können, muss ich also schwimmen lernen im Strudel des Lebens. Das lernt man langsam und beharrlich und nicht innerhalb von Minuten, Stunden, Tagen oder Wochen. Das dauert Jahre! Ich fange also ganz langsam und im Kleinen an. Vielleicht bleibe ich stehen vor dem Kind und seiner Mutter und gucke vorwurfsvoll. Wenn ich mich traue, frage ich vielleicht: „Was ist hier los?“ Die Frau nuschelt wahrscheinlich: „Was geht Sie das an?“ und zerrt ihr Kind weiter. Und ich? Ich werde mich dann großartig fühlen! Ich habe das Kind nicht gerettet, das ist klar. Aber ich habe nicht weggesehen, sondern gehandelt! Ich fühle mich stark. DAS ist die Euphorie, die nach der Angst kommt!

Sophia

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11 Kommentare zu „Das Leben ist groß!“

  1. Liebe Sophia, ein wunderbarer Text.
    Ich wünsche Dir Mut, Dein Leben zu leben, die Angst hinter Dir zu lassen, und Freunde, damit Du nie allein bist.
    Lebe, Du hast völlig Recht. Lebe heute, lebe intensiv. Kümmere Dich nicht um die Meinung anderer …… es ist DEIN Leben. Dein einziges.

    Je eher man das lernt, umso länger hat man etwas davon.

    P.S. ich hatte mal ganz lange Haare – eine herrliche Wallemähne. Heute sind sie kurz. Weißt Du warum? Ich habe heute – mit knapp 48 Jahren – gelernt dass ich für niemanden eine Rolle spielen muss.

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